Nix Ursula – Joachim oder Christian

7 Jun

Eines hat die große Koalition mittlerweile gelernt – ihre Konkurrenten von der Opposition sind bisweilen äußerst ausgeschlafen.

Erst ließen CDU- und FDP-Politiker die Namen von der Leyen und Schäuble kolportieren, um dann letztendlich doch Christian Wulff als Hauptkandidaten für die Kandidatur als Bundespräsident aufzustellen.

Schulterklopfen hier und da, anerkennendes Nicken, man war fest überzeugt den sicheren Sieger aufgestellt zu haben.

Doch während sich in den Reihen der großen Koalition Optimismus breit machte, holte die Opposition in Gestalt von SPD und Grünen zum Gegenschlag aus – Joachim Gauck wurde als Gegenkandidat aufgestellt.

sfs

Joachim Gauck - Kandidat mit Profil Foto: uni-marburg.de

Gauck ist das Mittel der Opposition, das von der Substanz eher eine Gesamtmischung ist, denn sich selbst bezeichnet Gauck als “linken, liberalen Konservativen” und “aufgeklärten Patrioten”. Müßig zu erwähnen, dass Gauck zudem parteilos ist.

Doch genau darauf zielt anscheinend die Planung der SPD und Grünen ab – Gauck nominieren, um auf Stimmenfang zu gehen. Das man mit dem ehemals Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen der DDR sich bei der Linken keine großen Freunde machen würde, war vorhersehbar. Gauck setzte sich nämlich für eine schonungslose Aufklärung ein und dürfte es sich somit bei so einigen Linken mit SED-Vergangenheit verscherzt haben.

Er soll jedoch nicht nur die Stimmen der SPD und Grünen erhalten, sondern auch bei CDU und FDP fischen, vorrangig Unzufriedene, die ihren konfusen Regierungsparteien vielleicht ein Denkzettel verpassen wollen.

Mit einem Schachzug hat die Opposition also die erste Schlacht, aber noch nicht den Krieg gewonnen. Gauck, der parteilose Kandidat, könnte zum “Vater der Nation” aufsteigen und sich als Vermittler einsetzen – in Zeiten dieser grandios zerstrittenen Parteien vielleicht genau die richtige Wahl.

Übrigens – auch die erste Medienschlacht hat Gauck gewonnen, nicht geringere Magazine als Bild, Welt und Spiegel nahmen ihn auf die Titelseite um ausführliche Proartikel anzuschließen.

So schließe ich mit dem von der Bild geprägten Wortspiel:

“Yes, we Gauck!”.

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Wie kann er es wagen?

16 Mai

Ich bin bestürzt. Ich bin fassungslos.

Der DSDS-Vize, Traum aller Schwiegermütter und schließlich bildhübsche Menowin Fröhlich bricht seine Zelte auf Mallorca ab und schließt dieses Kapitel nach unglaublichen 2 Auftritten.

Menowin Froehlich Visits Lugner City
Einer schöner als der andere – Menowin Fröhlich und Richard Lugner Foto: picapp

In Person des Baulöwen Lugner hatte Menowin einen Förderer gefunden, der ihm nicht nur die Zähne bleichen ließ, schließlich ist gutes Aussehen erste Bürgerpflicht, sondern auch eine Vielzahl von Auftritten in Aussicht stellte und organisierte.

So eben auch auf Mallorca, doch die Bild-Zeitung beruft sich auf eine unbekannte Quelle, die besagt, dass Menowin auf diesem Niveau nicht mehr weitermachen wolle. Der aufmerksame Leser wird sich natürlich sofort fragen: Seit wann kann Menowin Selbstkritik üben?

Eben, macht er aber gar nicht, sondern ist eher verärgert über mangelnde Würdigung seiner “Künste”. Nun ja, Pfiffe anstatt Unterwäsche sind doch auch eine Art der Anerkennung.

Immerhin, sein neugewonnener Ruhm hat auch eine kleine, aber positive Note: Menowin, Vater von 3 Kindern (3 Jahre; 19 Monate; 7 Monate) fängt ab dem nächsten Monat auch endlich an, Unterhalt zu zahlen. Sagt er zumindestens.

Vielleicht bekommt Menowin demnächst auch wieder Auftritte in Deutschland – im Zimmer seiner Kinder, das wäre doch mal ein Anfang.

Nordrhein-Westfalen: Eine Wahl, keine Gewinner

11 Mai

Am Ende standen sie alle gleich da, verwirrt ob einer Marschroute für die Zukunft: CDU, SPD, Linke, FDP und Grüne.

Auf der einen Seite großer Jubel, da die Grünen einen großen Zuwachs erzielt haben und die Linke den Einzug in den Landtag geschafft hat.

Ernüchterung auf der anderen Seite – die CDU mit nahezu historischen Verlusten, die FDP kann Stagnation als neuen Schlachtruf einstudieren und die SPD kann nur mit dem Wunschpartner Grüne keine regierungsfähige Koalition bilden.

"Herr Ober, noch ein Bierchen bitte!" - möglicher Kommentar Gabriels bezüglich der Wahlen Foto: spiegel

Eines ist klar – Richtung Berlin wurde in NRW ein großer Warnschuss abgefeuert.

>”Schwarz-Gelb” ist abgewählt!< – so der Tenor unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Veräppelt dürfte sich SPD-Frontfrau Kraft vorkommen – erst schien der Rüttgers weg vom Fenster zu sein (“Heute Abend werde ich Ministerpräsidentin sein!”) und am Ende war ER vor Kraft und nicht umgedreht. Kraft also innerhalb von Stunden von der siegessicheren Politikgewalt zur sanft um Mitregierung bittenden Randgestalt, so eine Metamorphose schafft nicht jeder.

Interessant auch Rüttgers staatsmännische Kampfansage am heutigen Tage:

„Ich bin Ministerpräsident und werde mich dieser wie auch der Verantwortung als Landesvorsitzender stellen.“

Jawohl, Herr Rüttgers. Vielleicht doch mal einen Psychologen wegen gespaltener Persönlichkeit aufsuchen? Immerhin meinten sie ja gestern noch den Rücktritt anzubieten. Gegen eine kleine Spende bekommen sie sicherlich bald ein Gespräch (der Kalauer musste jetzt sein).

Genauso bunt wie das Wahlergebnis sind jetzt die ersten Koalitionstendenzen – die FDP kann sich auf einmal doch eine Ampel (SPD, FDP, Grüne) vorstellen, doch nur wenn sich die SPD klar von der Linken distanziert.
Herrlich, selbst im Kindergarten habe ich nicht solche Kleinbrötlereien erlebt.

Warum nicht eigentlich am Ende auch wieder eine große Koalition? In den letzten Jahren eigentlich überall Verlegenheitslösung Nummer Eins.

Übrigens – wer dann “Chef von’s Ganze” wird, wäre auch sehr spannend – schließlich liegt die CDU nach neuesten Erkenntnissen um wenige 1000 Stimmen vor der SPD. Von mir aus können Rüttgers und Kraft wieder als Schwanzvergleich ein TV-Duell aufziehen – sollte das allerdings ähnlich einschläfernd werden wie das letzte, können sie eigentlich gleich Neuwahlen durchführen. Oder sie klären es per Gericht – so hat Bush damals schließlich auch gegen Gore gewonnen.

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Kevin K. – ein Mann allein in Moskau

10 Mai

Nun sind die Würfel gefallen, Kevin Kuranyi hat eine Entscheidung getroffen – er wird Schalke 04 zum Saisonende verlassen und ablösefrei zu Dinamo Moskau (Russland) wechseln.

Sports News - April 25, 2010
Kevin K. – zukünftig wird er in Moskau trainieren Foto: picapp.com

Seit Bekanntgabe dieses Wechsels kursieren die wildesten Vermutungen über die Gründe, manch einer beschwört die heißgeliebte Theorie vom lieben Geld, andere unken Moskau wäre doch eine Statusverbesserung und wieder andere dichten Magath eine gewisse Ablehnung gegenüber Kuranyi an, da er wohl für die nächste Saison spielerisch und taktisch anders plant (Jogi Löw lässt grüßen!).

Mal Hand aufs Herz – was reizt einen Stürmer im besten Fußballeralter (28 Jahre), seinen künftig Champions-League spielenden Klub zu verlassen, um in die grandiose russische Liga überzusiedeln? Nichts anderes als Geld kommt da für mich in Frage.

In einem offenen Brief an die Fans schrieb Kuranyi übrigens folgendes:

„Einige von euch schütteln jetzt bestimmt ungläubig den Kopf und denken: Was um aller Welt will er in Moskau? Ich habe immer gesagt, dass das Gesamtpaket stimmen muss. Das Gefühl habe ich bei Dynamo. Ein Aspekt ist sicher der finanzielle. Alles andere zu behaupten, wäre heuchlerisch.”

Ganz ehrlich? Ich sehe da kein stimmendes Gesamtpaket. Vielleicht eine Kombination aus viel Geld, sportlich fragwürdige Gegner, eine Mannschaft im grauen Mittelfeld der Tabelle (10.) und weite Reisen zu den Auswärtsspielen.

Klar ist, dass Kuranyi sich damit auch immer weiter von der Nationalelf entfernt. Natürlich, nominiert war er auch dieses Mal nicht, aber die Chance im fernen Russland beobachtet zu werden, ist insgesamt doch deutlich geringer als sich wiederholt über die Bundesliga anzubieten.

Ein interessantes Statement gab dazu Jürgen Röber (trainierte ehemals Saturn Moskau) ab:

„Für Kevin Kuranyi wird Russland ein großes Abenteuer. Eine Stimmung wie auf Schalke oder in anderen deutschen Stadien erlebt er nicht mehr. Zu uns kamen 5000 Fans im Schnitt. Selbst bei den großen Moskauer Klubs ist nicht viel mehr los. Die Reisen kosten Kraft, teilweise Flugzeiten von acht Stunden und mehrere Zonen Zeitunterschied. Die heißeste Tour erwartet ihn, wenn er bei Terek Grosny in Tschetschenien spielt. Dort stehen am Spielfeldrand mit Kalaschnikows bewaffnete Soldaten. Da kannst du schon Angst bekommen.“

Link zum Statement

Kommen wir noch kurz zum finanziellen Aspekt – angeblich kassiert Kuranyi bis 2013 18 Millionen Euro netto! Wahnsinn, solche Summen sind wohl nur in der Liga der Ölpatriarchen möglich, die über 3 Millionen Euro jährlich (brutto) bei Schalke sind dagegen der reinste Kleckerbetrag.

Bei Schalkes letztem Saisonspiel gegen Mainz verschenkte Kuranyi bis auf seine Unterhose die gesamte Ausrüstung.

Hoffen wir, dass Moskau Kevin K. wieder warm einkleidet.
Wie warm halten eigentlich Geldscheine?

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Startschuss

9 Mai

Hier fällt heute Abend der Startschuss für einen Relaunch dieses Blogs – freuen Sie sich auf interessante Beiträge zu allen möglichen Themen.

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